Kapitel 4 – Die Rolle des Ambientes

Ruhe: Wer aufgeregt und zappelig ist, wird nicht so gerne essen oder nicht auf seine innere Stimme (Hab ich schon genug? Wie viel Hunger habe ich?) hören können. Kinder sollten sich daher vor der Mahlzeit beruhigen können. Das Vorlesen einer Geschichte oder ähnliche Rituale können Kinder zu Ruhe bringen. Während Kinder essen, sollten sie auch nicht Radio hören, Bilderbücher oder Spielzeuge benutzen - der Fokus sollte auf dem Essen liegen.

Gemeinschaft: Wenn wir ein Kind zwingen, Essen zu essen, wird der Tisch zum Minenfeld. Wenn ein Kind nicht essen will, ist eine gute Antwort: "Mach dir darüber keine Sorgen. Setz dich einfach hier hin und lass´ uns die Gesellschaft des anderen genießen." Nach dem Alter von 4 Jahren sind sie alt genug, um zu verstehen, dass alle Kinder den Tisch zusammen verlassen und auf diejenigen warten sollten, die noch essen.

Das Umfeld, der Essplatz

Die Umgebung beim Essen sollte eine entspannende Atmosphäre fördern, in der sich das Kind auf das Essen konzentrieren kann, aber ohne Druck. Interessante und mitreißende Tischgespräche sorgen für mehr Genuss beim Essen .

Angenehme Essgebungen, die Spaß machen, kulinarische Abwechslung bieten und Kinder dazu ermutigen, neue Lebensmittel zu probieren und auszuwählen, unterstützen, dass Kinder Ernährungseinstellungen und -praktiken entwickeln, die langfristig die Gesundheit fördern.

Einfache, kreative Mahlzeiten mit einer Vielfalt an Farben, Texturen und Geschmack sprechen Kinder an.


Leifaden für förderliches Essambiente

Entspannte und angenehme Atmosphäre mit dem Fokus auf Essen ist die wichtigste Zutat zu gutem Essen. Wenn PädagogInnen in diesem Bereich sensibilisiert sind, können sie leicht zwischen guten und schlechten Esserfahrungen unterscheiden und das Umfeld entsprechend gestalten.

Wirkung von Klang beim Essen: Lärm ist sehr störend, viele Kinder essen weniger, wenn es zu laut ist. Am angenehmesten ist es bei Stille oder ruhiger entspannender Musik zu essen, begleitet von netten Gesprächen über Themen, die Kinder mögen.

Wirkung von Gerüchen: Starke Düfte, auch wenn sie vom Essen kommen, stören den Appetit. Besser nicht offene Töpfe direkt vor die Kinder stellen. Düfte, die nicht mit Essen verbunden sind, sind noch beunruhigender (Blumen, Putzmittel ...).

Wirkung des Lichts: Kinder essen am Liebsten im Hellen, am besten bei Tageslicht. Schummriges Licht reduziert die Nahrungsaufnahme. Kinder mögen Essen, das sie erkennen und gut sehen können.

Wirkung von Farben: Obwohl Kinder Farben mögen, sollte es nicht zu viel sein, denn allzu bunt beim Essen stößt sie ab.  Ansink, B., Van Ittersum K., 2012, haben herausgefunden, dass helle Lichter, laute Geräusche und gelbe und rote Farben eine hektische Atmosphäre schaffen, die dazu führen kann, dass Menschen schnell essen.

Wo die Tische aufgestellt werden: Nutzen Sie die Esstische wenn möglich, nur zum Essen. Das heißt stellen Sie die Tische an einen speziellen Essplatz, der sauber ist und Schall gut fängt, um laute Stimmen oder Hall zu vermeiden. Tische und Stühle sollten zusammen sein, aber mit genügend Platz, um es den PädagogInnen zu ermöglichen, dazwischen zu gehen ohne die Kinder zu stören.

Dekorationen: Schöne, immer wieder neue Dekorationen tragen dazu bei, eine bessere Atmosphäre zu schaffen. Kinder genießen es, den Tisch zu dekorieren, aber leider ist dies in Kindergärten nicht jeden Tag möglich. Nutzen Sie besondere Anlässe für eine liebevolle Tischdekoration: Geburtstage von Kindern, Treffen von Eltern, saisonale Feste etc.

Organisieren Sie Ihre Mahlzeiten gut, das ist wichtig. Im Falle einer schlechten Organisation muss der/die PädagogIn den Tisch verlassen, um eine zusätzliche Menge an Essen, Besteck und so weiter zu bekommen. Das ist beunruhigend und Kinder werden das nachahmen udn auch herumlaufen wollen. Also, bereiten Sie alles, was Sie brauchen, in einem Handwagen vor.

10 Schritte zum positiven Essverhalten (basierend auf Erik K. Eliassen)

  1. Bieten Sie eine Vielfalt und Abwechslung von Lebensmitteln an, insbesondere Vollkornprodukte, Gemüse und Obst.
  2. Bieten Sie immer wieder neue Lebensmittel und Speisen an – Kinder müssen 15 - 20 mal probieren können, um mit bestimmten Lebensmitteln vertraut zu werden.
  3. Nehmen Sie auch Lebensmittel und Speisen in ihrem Menü-Plan auf, die die Kinder aus ihren Familien kennen. 
  4. Beziehen Sie auch die Vorlieben von PädagogInnen und Betreuungspersonen in die Auswahl von Lebensmitteln ein.
  5. Setzen Sie sich mit Kindern zu den Mahlzeiten und unterhalten Sie sich beim Essen. Sprechen Sie über den Geschmack, die Beschaffenheit und das Aussehen der Speisen.
    Aber: Sprechen Sie nicht nur über das Essen, reden Sie über Themen, wo alle gerne mitreden wie Familie, Familienausflüge, Tiere…
  6. Planen Sie genug Zeit für die Mahlzeiten ein, damit alle Kinder gemütlich fertig essen können.
  7. Respektieren Sie, wenn ein Kind genug hat. Niemand muss aufessen, wenn er schon satt ist.
  8. Ritualisieren Sie auch das Servieren der Snacks und machen Sie keine Unterscheide, egal ob Karotten, Cracker oder Kekse angeboten werden.
  9. Händewaschen vor allen Mahlzeiten nicht vergessen, ermuntern Sie die Kinder das Essen erst zu berühren und daran zu riechen, bevor gegessen wird.
  10. Nutzen Sie Lebensmitteln und Naschsachen nicht zur Belohnung und suchen Sie festliche Alternativen zu fett- und zuckerreichen Kuchen bei Feiern.

Weitere Informationen

http://www.ellynsatterinstitute.org/index.php (englisch)

https://www.monell.org/research/nutrition_and_appetite (englisch)

Erin K. Eliassen,The Impact of Teachers and Families on Young Children’s Eating Behaviors

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